TRAUMA

Ein Trauma wird in Somatic Experiencing weiter gefasst als in manchen anderen Methoden der Trauma-Heilung. Ein Trauma sehen wir als Folge eines Ereignisses an, das für einen bestimmten Menschen, für ein bestimmtes Nervensystem zu schnell oder zu heftig war, um natürliche Abwehrreaktionen (Kampf oder Flucht) zu mobilisieren – das Nervensystem wurde überwältigt. Dies bedeutet, dass Ereignisse, die für einen Menschen nicht traumatisierend sind, bei einem anderen Menschen tiefe Spuren im Nervensystem hinterlassen können.

Vom Entwicklungstrauma sprechen wir wenn das Nervensystem anhaltendem Stress ausgesetzt war noch bevor es vollends ausgebildet wurde, zum Bsp. beim (wiederholten) Missbrauch oder der Vernachlässigung. 

All diesen Situationen ist gemeinsam, dass das System im Moment des traumatischen Ereignisses die Kontrolle über die Situation verloren hat. Kontrollverlust ist für unser Gehirn ein bedrohlicher Zustand. Aus diesem Grund aktiviert das Gehirn Hormone, die uns kampf- oder fluchtbereit machen. Diese Aktivierung bleibt – meist unterbewusst – erhalten, solange die Kontrolle über die ursprüngliche Situation nicht wieder hergestellt ist. Das heißt: Wir befinden uns in einem dauerhaften Alarmzustand. Dieser Zustand ist kräfteraubend, stört unsere Konzentration oder kann zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen.

Aus diesem Grund sprechen wir davon, dass sich das Trauma nicht im Ereignis selbst befindet, sondern im Nervensystem: Es ist die Antwort des Nervensystems auf den Kontrollverlust. Es ist der gespeicherte Schrecken mit all seinen körperlich wahrnehmbaren Folgen.

Wir können ein traumatisches Ereignis nicht ungeschehen werden lassen. Aber wir können das Trauma „neu verhandeln“. Dies ist möglich, weil unser Gehirn die real erlebten Ereignisse in gleichen Zentren verarbeitet wie die vorgestellten. Wenn wir also das Geschehene in der Vorstellung neu erleben und zwar auf körperlicher, emotionaler und kognitiver Ebene, findet das Gehirn eine neue Lösung für die ursprünglich überwältigende Situation. Wir geben ihm dabei genügend Zeit, um so lebhaft wie möglich die vorgestellten Bilder und die sensorischen Reaktionen zu erspüren, die gestaute Energie wieder in Fluss zu bringen und durch das ursprüngliche Ereignis ohne Kontrollverlust hindurchzugehen.

Traumata gehören zum Leben. Sie können nicht vermieden werden. Es geht nur darum, die eingebrannten Spuren im Nervensystem zu heilen und die ursprüngliche Lebendigkeit zurückzugewinnen. Ein geheiltes Trauma kann uns sogar stärker machen, weil jede Überwindung des Kontrollverlustes Selbstermächtigung zur Folge hat. Wir sind dann besser gewappnet für zukünftige Herausforderungen

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Dragana Cukavac
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